Mein erster Triathlon – der Wettkampf!

Triathlon Schwimmen Erfahrungsbericht

Es ist geschafft… Ich habe meinen ersten Triathlon absolviert! In diesem Blogpost möchte ich noch einmal den Wettkampftag rekapitulieren und meine Erfahrungen mit euch teilen.  Mit dem Überqueren der Ziellinie kommt damit auch die Triathlon-Serie auf unserem Blog zu einem würdigen Abschluss 🙂

*Psst*: Wer die Serie noch nicht gelesen hat, kann dies hier nachholen:

Die Entscheidung – Das Lauftraining – Das Fahrradtraining – Das Kopplungstraining

Eine Woche vor dem Wettkampf

Zu diesem Zeitpunkt lag meine Entscheidung, dieses Jahr bei einem Triathlon mitzumachen, circa drei Monate zurück. In dieser Zeit habe ich fast täglich auf den Wettkampftag hin gefiebert. Jede einzelne Trainingseinheit sollte mich auf diese Herausforderung vorbereiten.

Auf einmal waren es nur noch ganze sieben Tage, die mich vom Triathlon trennten. Ich war ziemlich überrascht, da ich hätte wetten können, dass ich noch mindestens zwei Wochen zur Vorbereitung habe. Falsch gedacht! Auf mein Training zurückblickend, realisierte ich, dass ich doch einiges mehr zur Vorbereitung hätte tun können. Klar, die Einzeldistanzen stellten für mich zu keinem Zeitpunkt ein Problem dar, die Kombination allerdings war eine andere Sache. Eine erste Panikwelle überkam mich, ob das nun wirklich zu schaffen war…

Ein Tag vor dem Wettkampf

Noch 24 Stunden… Die letzten Tage vor dem Triathlon ging ich eher ruhig an, damit sich mein Körper vor der Belastung noch einmal regenerieren konnte. Ich war am Tag vor dem Wettkampf allerdings sowas von aufgedreht, dass ich meine Aufregung liebend gerne mit einem schnellen Lauf an der frischen Luft in den Griff bekommen hätte. Aber ich blieb vernünftig und kümmerte mich lieber darum meine Sachen für den nächsten Tag zu packen.

Ich hatte mir fest vorgenommen, alles Wichtige schon einen Tag vorher zu packen, damit ich am Wettkampftag nicht in zusätzlichen Stress gerate. So legte ich mein Sportoutfit zurecht und packte meine Sporttasche mit allem, was ich am nächsten Tag benötigen würde.

Ein kleiner Tipp am Rande: Da es in der Wechselzone nicht immer leicht ist, seinen Wechselbeutel zu finden, solltet ihr dafür sorgen, dass euer Beutel aus der Masse heraussticht. Ich habe zu diesem Zweck ein rotes Band an meinem Beutel befestigt, damit ich keine unnötige Zeit beim Suchen verliere.

Der Wettkampftag

Der Wecker klingelte – aber ich war natürlich schon vorher wach. Energiegeladen stand ich auf und bereitete mein Frühstück zu. Bei der bevorstehenden langen Ausdauerbelastung benötigt der Körper vor allem eine Menge Kohlenhydrate, um genug Energie zur Verfügung stellen zu können und außerdem noch ein bisschen Eiweiß für die Extraportion Muskelpower.

Daher wählte ich für diesen Morgen ein selbstgemischtes Müsli, bestehend aus Haferflocken, Amaranth, Nüssen, getrockneten Früchten und Chiasamen und mischte es mit Sojamilch Natur (weitere leckere und gesunde Frühstücksideen findet ihr übrigens hier: Gesunde & leckere Frühstücksideen). Dazu gab es einen Kaffee, denn Koffein soll ja nachweislich die Leistung verbessern und gehört an einem Sonntagmorgen für mich einfach dazu ;).

Gestärkt für den Tag überprüfte ich noch einmal meine Sportsachen und mein Fahrrad. Die Fahrradüberprüfung würde ich das nächste Mal allerdings auch schon am Vortag vornehmen, um bei Pannen schnell reagieren zu können. Mit meinem Fahrrad war aber zum Glück alles in Ordnung ;).

Nachdem alles überprüft war, fuhr ich zum Wettkampfort!

Vorbereitung am Wettkampfort

Am Wettkampfort angekommen, musste ich mich erst einmal orientieren. Alles war sehr weitläufig und es gab viele verschiedene Plätze an denen irgendetwas zu tun war. Nachdem ich meine Startunterlagen erhalten hatte, gab es noch etwas Wartezeit, die ich dazu nutzte mich mit meinen Mitkämpfern auszutauschen. Einige von ihnen waren genauso aufgeregt, wie ich es einen Tag zuvor war. Zu diesem Zeitpunkt wurde ich allerdings immer ruhiger und vom Nervenbündel des Vortags war nichts mehr zu erkennen. Im Endeffekt gab es nun sowieso kein Zurück mehr.

Nachdem ich mir einen nusslastigen Müsliriegel gegönnt hatte, checkte ich mein Fahrrad ein. Dazu musste ich eine Nummer auf mein Rad kleben, die mit meiner Startnummer übereinstimmte. Es galt außerdem die Regel: „Ohne Chip kein Bike“. Man durfte also nur in den Fahrradpark, wenn man sein Zeitmessgerät schon am Bein befestigt hatte.

Tipp von mir: nehmt das linke Bein, denn dort gibt es keine Probleme mit dem Kettenblech (welches standardmäßig rechts befestigt ist).

Nachdem ich das Fahrrad abgestellt hatte, merkte ich mir in der Umgebung ganz genau, wo ich es wieder finden würde. Merkt euch als Referenzpunkt aber auf gar keinen Fall ein anderes Fahrrad, denn es kann natürlich sein, dass dieses zum Zeitpunkt eurer Ankunft schon weg ist.

Jetzt war es nicht mehr lang zum Wettkampfstart, daher ging ich noch einmal zur Toilette und von da aus zum Schwimmbecken. Da wir nicht im offenen Wasser schwimmen mussten, konnte man sich in einem anderen Becken schon einmal an die Wassertemperatur gewöhnen. Gesagt, getan! Trotzdem ganz schön frisch! Kurze Zeit später ging es ins richtige Becken. Jetzt hatte ich richtig Bock! Vor allen Dingen aufs Schwimmen. Ich wusste, dass dies eine meiner Stärken ist und deswegen sah ich dem Ganzen bestens gelaunt entgegen. Der Startschuss ertönte und los ging’s…

Schwimmen

Arme, Tauchen, Atmen, Beine… Ich war in meinem Element und gab alles. Das ein oder andere Überholmanöver kostete Kraft und sicherlich auch Zeit, weil das Becken relativ eng war. Allerdings ging ich als eine der ersten aus dem Wasser und begab mich laufend zur Wechselzone.

Wechselzone

Kurzer Rundumblick – wo ist das rote Band? DA! Ran an den Beutel… ich hatte mir im Vorfeld vorgenommen, mir beim Wechseln keinen Stress zu machen und statt über den Wettkampf hinweg mit nur einem Outfit ausgestattet zu sein, mich teilweise umzuziehen. Die Socken hatte ich vorher schon so in meine Laufschuhe drapiert (ich besitze keine Fahrradschuhe), dass ich sie direkt anziehen konnte. Mit halb nassen Füßen gestaltete sich dies allerdings etwas schwierig. Das Umziehen hatte übrigens im späteren Verlauf Vor- und Nachteile für mich: Einerseits hat es mich insgesamt viel Zeit gekostet, andererseits hatte ich trockene Sachen an und riskierte keine Erkältung.

Während ich zu meinem Rad lief, zog ich schnell mein T-Shirt mit meiner Startnummer an. Beim Rad angekommen, hatte ich noch kurz Schwierigkeiten meinen Helm richtig aufzusetzen, da meine Haare im Weg waren . Dann ging es aber auch schon los :).

Fahrradfahren

Fahrradfahren… Meine härteste Prüfung! Das wusste ich schon vor dem Wettkampf. Dass es aber im wahrsten Sinne des Worte meine „Härteste“ während des Triathlon werden würde, hatte ich nicht geahnt.

Da die Radroute durch einen Wald ging, waren keine Rennräder zugelassen. Ich selbst besitze kein Mountainbike und habe daher mein ganz normales Citybike OHNE Federung genommen – wie sich jetzt herausstellte ein gravierender Fehler… 18 km lang lernte ich jeden Stock und Stein, der mir auf meinem Weg begegnete, beim Namen kennen. Schon nach kurzer Zeit tat mir mein Rücken von den Erschütterungen weh und da ich an jeder Kurve (und hiervon gab es viiiiele) komplett abbremsen musste, um mit dem Rad nicht auszurutschen, verlor ich viel Zeit und wurde ständig von Mitstreitern überholt (alle auf ihrem fancy Mountainbike unterwegs). Ich habe mein Fahrrad wirklich mehr als verflucht und das Ende der 18 Kilometer herbeigesehnt.

Als es endlich geschafft war und ich in den Bikepark rannte, gab es ein Problem. Es war schon ziemlich voll geworden und ich fand für mein Fahrrad kaum Platz an dem vorgesehenen Abstellort. Als das Fahrrad endlich abgestellt war und der Helm am Lenker hing, lief ich schließlich Richtung Laufstrecke.

Laufen

Nach kurzer Unsicherheit, wo ich überhaupt hin musste, fand ich schließlich den Anfang der Strecke und schnappte mir ein Glas Wasser von den netten Damen am Verpflegungsstand. Ich versuchte das Wasser mehr oder minder im Laufen zu trinken (ein Ding der Unmöglichkeit), denn ich musste in Bewegung bleiben. Ich war fertig… jeder Schritt war ein Kampf. Da lief ich nun… zwei Disziplinen lagen schon hinter mir, Aufgeben war keine Option. Aber ich hätte mir nichts sehnlicher gewünscht, als einfach umzufallen und für die nächste Stunde nicht mehr aufstehen zu müssen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit sah ich das 1 km Schild und konnte meinen Augen nicht trauen. Erst 1 Kilometer geschafft? Als wenn diese Enttäuschung nicht schon genug gewesen wäre, befand ich mich am Fuße eines Berges (okay, es war ein Hügel). Gefühlt lief ich nicht mehr sondern bewegte mich in Zeitlupe, aber ich biss die Zähne zusammen und schaffte auch den nächsten Kilometer. Der nächste Verpflegungsstand kam in Sicht und das Einzige an das ich denken konnte war Cola. Ein paar Schlucke später merkte ich schon, wie der Zucker in mein Blut überging und mir etwas Energie zurück gab.

Als ich den letzten Kilometer vor mir hatte, nahm ich nochmal alles zusammen, was ich irgendwie aufbringen konnte und überholte sogar noch ein paar Mitstreiter. Dann kam das Ziel endlich in Sicht und ich lief und lief und lief. Ich hörte den Kommentator entfernt meinen Namen sagen und riss kurz vor der Ziellinie die Arme hoch. Dann lief ich über die Ziellinie.

Das Ziel

Wasser! Das war mein einziger Gedanke nach dem Zieleinlauf. Vor lauter Anstrengung konnte ich mich noch gar nicht freuen, dass ich es geschafft hatte. Ich brauchte Wasser!

T nahm mich in die Arme und brachte mich zum Elixir des Glückes. Bevor ich davon allerdings einen Schluck nahm, hatte ich Wassermelone entdeckt, auf die ich mich nun gierig stürzte. Danach gab’s dann aber auch noch eine ordentliche Ration Wasser 😉

Als ich wieder bewusst denken konnte, war für mich klar, dass ich zum ersten und letzten Mal bei einem Triathlon mitgemacht habe. Ich hatte mir nun bewiesen, dass ich imstande war so etwas durchzuziehen, aber nochmal brauche ich diese Anstrengung ganz bestimmt nicht.

Nach dem Duschen kam dann langsam die Freude es geschafft zu haben. Nach einem deftigen Abendmahl fiel ich kurze Zeit später ins Bett und schlief wie ein Baby.

Der Tag danach

Eine neue Arbeitswoche begann und als der Wecker in aller Früh klingelte, wollte ich mich eigentlich nur umdrehen und weiterschlafen. Mein gesamter Körper war erschöpft und an Arbeiten war kaum zu denken. Ich schleppte mich also mit viel Koffein im Blut müde durch den Tag.

Interessanterweise hatte sich meine Ansicht vom Vortag aber geändert: So abwegig war es doch nicht, dass ich nochmal einen Triathlon mitmachen werde. Unterm Strich war es zwar sehr anstrengend, aber es hat auch unglaublich viel Spaß gemacht! Außerdem kann es durchaus schön sein, seine Grenzen zu überwinden.

Ich habe übrigens genau die Zeit geschafft, die ich mir vorher vorgenommen hatte. Obwohl ich große Schwierigkeiten beim Radfahren hatte und somit Zeit verlor, holte ich diese beim Laufen wieder rein. Ich weiß nicht wie ich es geschafft habe, aber ich lief sogar meine Bestzeit :). Darüber freue ich mich heute noch!

Wann habt ihr das letzte Mal eure Grenzen überwunden?

M ❤

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