Bewerbungstipps: Das Anschreiben

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Los geht’s! Du hast deine Traumstelle gefunden und sitzt nun vor einem leeren Word-Dokument. Der Cursor blinkt und das perfekte Anschreiben wartet nur darauf von dir erschaffen zu werden. Doch wie sieht eigentlich so ein Anschreiben aus und welchen Inhalt sollte es haben?

Damit du auf dem Weg zu deiner neuen Stelle keine falschen Abzweigungen nimmst, soll dir dieser Blogpost als kleines Navigationsgerät dienen. 🙂 Er ist absichtlich sehr ausführlich, denn die Vorbereitung eines guten Anschreibens braucht Zeit, die du dir nehmen solltest.

Am Ende dieses Artikel wirst du dafür in der Lage sein, ein strukturiertes und informatives Anschreiben zu verfassen, welches dir bessere Chancen im Bewerbungsprozess ermöglicht.

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Dein Publikum oder „Wer liest das Anschreiben eigentlich?“

Zunächst einmal solltest du dich damit auseinandersetzen, wer überhaupt die Zielgruppe für dein Anschreiben ist. Diese genau zu definieren ist besonders wichtig, da du sonst Gefahr läufst etwas zu schreiben, was die Leser überhaupt nicht interessiert.

Im Normalfall werden Bewerbungen zunächst von der Personalabteilung eines Unternehmens gesichtet. Hier sitzen oftmals Mitarbeiter, die nicht sehr tief mit den fachlichen Details einer Stelle vertraut sind. An dieser Stelle werden die Bewerbungen viel eher nach „harten“ Kriterien (aus)sortiert. Kleines Beispiel:

Wird in der Stellenausschreibung ein Masterabschluss gefordert und du hast nur einen Bachelorabschluss vorzuweisen, kannst du dir ziemlich sicher sein, dass deine Bewerbung von der Personalabteilung aussortiert und gar nicht erst an die Fachabteilung weitergeleitet wird.

Dein Anschreiben wandert zu deinem potentiellen Chef

Hast du die Hürde der Personalabteilung im Auswahlprozess erfolgreich genommen, wandert deine Bewerbung als nächstes meist in den Fachbereich, der die Stelle ausgeschrieben hat. Im Fachbereich wird das Anschreiben dann in jedem Fall von deinem späteren, potentiellen Chef gelesen. Manchmal dürfen zusätzlich auch die Teammitglieder einen Blick in die Bewerbungen werfen und den Chef bei der Meinungsbildung unterstützen.

Wen muss dein Anschreiben überzeugen?

Die endgültige Entscheidung, wer zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird, trifft in fast allen Unternehmen der Chef der Abteilung, welche die Stelle ausgeschrieben hat. Beim Verfassen deines Anschreibens solltest du dies immer im Hinterkopf behalten und daher gute Argumente liefern, warum du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden solltet. Der Chef wird sich fragen…:

  • Was ist euer besonderer Beitrag für das Team / die Abteilung?
  • Warum seid ihr für die Stelle / das Unternehmen motiviert?

…und genau darauf solltest du im Anschreiben eine gute Antwort haben.

Die Vorabrecherche

Da der Chef die wichtigste Person in deinem Publikum darstellt, adressierst du du deine Bewerbung idealerweise direkt an ihn. Viele Menschen -insbesondere Chefs – lesen gerne ihren eigenen Namen und fühlen sich dadurch geschmeichelt. Und was erhöht deine Chancen mehr als ein geschmeichelter Chef? 😉

Doch woher weißt du überhaupt, wie der potentielle Chef heißt und auf was er besonderen Wert legt? Um das herauszufinden, empfehle ich dir eine kleine Vorabrecherche durchzuführen.

In Stellenanzeigen ist häufig mindestens ein Ansprechpartner genannt, an den du dich bei Fragen wenden kannst. Nutze diese Möglichkeit!

Meist ist als Ansprechpartner jemand aus der Personalabteilung, teilweise aber auch der Chef selbst, genannt. Durch einen kurzen, unaufdringlichen (!) Anruf kannst du dir einen Vorsprung gegenüber den anderen Bewerbern verschaffen.

Die nun folgenden Fragen kannst du bei einem solchen Anruf stellen. Sie helfen dir später auch beim Verfassen des Anschreibens (du müsst ja nach wie vor gute Argumente für den Chef liefern und die Fragen von oben überzeugend beantworten…)  und signalisieren der anderen Seite dein Interesse für die Stelle:

  • „Welche Punkte aus dem Stellenprofil sind Ihnen bei einem Bewerber besonders wichtig?“
  • Falls nicht angegeben: „Wo wird der spätere Aufgabenschwerpunkt der Stelle liegen?“
  • Und zum Schluss: „An wen kann ich die Bewerbung richten?“

Mit diesen Fragen solltest du in der Lage sein, ein kurzes, lockeres Gespräch zu führen, was dir einiges an „Futter“ für das Anschreiben liefern wird.

Das Format oder „Wie soll mein Anschreiben eigentlich aussehen?“

In diesem Abschnitt soll es um den Look deines Anschreibens gehen. Obwohl Bewerbungen heute fast ausschließlich online eingereicht werden, empfehle ich dir (zumindest in „traditionelleren“ Branchen) dich an dem folgendem Aufbau zu orientieren:

  • Oben links: Dein Name / Adresse / Kontaktdaten (E-Mail Adresse und Telefon)
  • Oben rechts: Ort, Datum
  • Unter deiner Adresse: mind. zwei Leerzeilen, dann Name und Adresse des Unternehmens
  • Unter der Unternehmensadresse: mind. zwei Leerzeilen, dann eine fett gedruckte Betreffzeile („Ihre Stellenanzeige für XYZ“)
  • Nach der Betreffzeile: mind. zwei Leerzeilen, dann Anrede („Sehr geehrte Damen und Herren,“ oder besser „Sehr geehrte/r Frau/Herr XYZ,“)
  • Nach der Anrede eine Leerzeile
  • Jetzt kommt der Text deines Anschreibens. Du kannst hier etwa 3-5 „Inhaltsblöcke“ mit jeweils 3-7 Zeilen einbauen. Die Inhaltsblöcke sollten durch Absätze / Leerzeilen voneinander abgegrenzt sein. Wichtig ist, dass du den Text in Blocksatz formatierst, da er sonst unaufgeräumt aussieht.
  • Schlussformel: nach dem Text sollte noch eine freundliche Schlussformel folgen, die zeigt, dass ihr euch auf ein Bewerbungsgespräch freut.
  • Nach der Schlussformel folgt ein „Mit freundlichen Grüßen“ und darunter eure handschriftliche Unterschrift (Tipp: auf einem weißen Blatt Papier unterschreiben und dies einscannen, danach deine Unterschrift in das Anschreiben einfügen).
  • So weit unten wie möglich (linksbündig): „Anlagen: Lebenslauf, …“

Die Schriftart sollte nicht zu ausgefallen und leicht leserlich sein (die Schriftart „Arial“ in Schriftgröße 11 / 12 sollte vollkommen in Ordnung gehen). Das Anschreiben sollte nicht länger als eine DIN A4-Seite sein. Am besten druckst du dein Anschreiben vor dem Abschicken einmal aus, um zu testen, ob alles leserlich ist.

Der Inhalt oder „Was schreibe ich eigentlich?“

Wie du sicherlich schon siehst, hast du für den eigentlichen Text des Anschreibens nur etwa eine halbe DIN A4-Seite Platz. Mehr als das solltest du deinem Publikum aber auch nicht zumuten.

Bei einer Stellenausschreibung in einem größeren Unternehmen kommt schnell eine beachtliche Anzahl an Bewerbungen zusammen. Die Fachabteilungen müssen diese zusätzlich zu ihrem normalen Arbeitspensum abarbeiten und haben daher keine Lust, lange Romane lesen zu müssen. Du solltest insbesondere Abstand davon nehmen, deinen Lebenslauf noch einmal komplett nachzuerzählen.

Ist dein Anschreiben zu lang, kann es passieren, dass es gar nicht erst gelesen wird. Also fasse dich kurz!

Wie schon weiter oben beschrieben, musst du in deinem Anschreiben gute Argumente dafür finden, warum du zu dem Unternehmen / in das Team passt. Nach dem Lesen deines Anschreibens sollten diese Punkte ebenso klar rübergekommen sein, wie eine gute Antwort auf die Frage „Warum hast du dich überhaupt beworben?“. Da du im Zuge der Vorabrecherche wahrscheinlich erfahren hast, wo besondere Schwerpunkte liegen, kannst du im Anschreiben direkt darauf eingehen.

Stelle dich kurz vor und erwähne auf jeden Fall relevante Fähigkeiten von dir, die du in der ausgeschriebenen Stelle einbringen kannst. Schreibe auch darüber, für welche Punkte des Stellenprofils du besonders motiviert bist / an denen du besonderen Spaß hast.

Abgerundet werden sollte das Anschreiben durch eine freundliche Schlussformel, die noch einmal verdeutlicht, dass du dich auf eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch und die Chance den Ansprechpartner von dir zu überzeugen freust.

Zeit für eine Pause

Nachdem du dein Anschreiben fertig gestellt hast, solltest du es erstmal für mindestens einen Tag zur Seite legen und das Ganze ruhen lassen. Mit frischem Kopf kannst du dann alles noch einmal Korrektur lesen und schauen, ob der Inhalt am nächsten Tag immer noch so ist, wie du ihn dir vorstellst.

Ich empfehle dir außerdem auch noch, dass du das Anschreiben einer weiteren Person gibst und sie um ihre Meinung fragst. Hierbei hilft dir nur ehrliches Feedback. Ermuntere die Person also dazu, ihre wahre Meinung zu sagen und sei nicht enttäuscht, wenn sie nicht in Begeisterungsstürme ausbricht. Nur durch konstruktive Rückmeldungen kannst du wirklich etwas verbessern.

Grobe Fehler – Was ihr auf jeden Fall vermeiden solltet!

Nachdem wir uns nun ausgiebig damit beschäftigt haben, was du in ein gutes Anschreiben aufnehmen solltest, folgen hier ein paar No-Gos, die es auf jeden Fall zu vermeiden gilt:

  • Unseriöse E-Mailadressen
  • Anschreiben an falsches Unternehmen adressieren
  • Rechtschreibfehler im Unternehmensnamen
  • Namen der Ansprechperson falsch geschrieben
  • linksbündige Formatierung des Textes (stattdessen besser Blocksatz verwenden!)
  • zu viele Rechtschreibfehler
  • nicht auf die Stellenanzeige eingehen

Und zum Abschluss noch ein paar skurrile Dinge, die ich selbst schon in Anschreiben gesehen habe und die du auf gar keinen Fall nachahmen solltest:

  • Anschreiben beginnt oben links mit „Sehr geehrte Damen und Herren…“ und hört ohne Grußformel auf. Keine Kontaktadresse, keine Struktur, gar nichts.
  • Anschreiben in einer anderen Sprache verfasst, als die in der Stellenanzeige genutzte.
  • Ein Anschreiben epischer Länge – 8 DIN A4 Seiten! tldr 🙂
  • Unterschrift in feinster, krakeliger Kinderschrift.

Puuh! Das war anstrengend, oder? Aber jetzt hast du einiges an Handwerkzeug gelernt, welches dir hoffentlich dabei hilft deinen Traumjob zu ergattern. Viel Erfolg!

T

Ein Kommentar zu „Bewerbungstipps: Das Anschreiben

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