Was ist eigentlich Geld?

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Die meisten von euch denken beim Wort „Geld“ wahrscheinlich zuallererst an die Münzen und Geldscheine, die ihr im Portemonnaie spazieren führt oder im Sparschwein gebunkert habt. Damit liegt ihr auch gar nicht so falsch. Bei dieser Form des Geldes handelt es sich nämlich um das sogenannte Bargeld. Das Bargeld ist quasi ein Prominenter in der Welt des Geldes, da jeder es kennt und sofort mit dem Begriff „Geld“ in Verbindung bringt.

Doch Geld ist weitaus mehr als das. Obwohl ihr es nicht direkt in euren Händen halten könnt, sind auch die Guthaben auf euren Giro- und Sparkonten oder Kreditkarten Geld. Dieses könnt ihr zum Beispiel dazu nutzen ein neues Fahrrad per Überweisung „bargeldlos“ zu bezahlen. Diese zweite Form des Geldes nennt man Buchgeld. Das Buchgeld macht einen weitaus größeren Teil des Geldes aus, als ihr vielleicht denkt.*

Der Ursprung des Geldes

Um überhaupt zu verstehen, warum die Menschheit auf die Idee gekommen ist, so etwas wie Geld zu erfinden, hilft es, wenn wir uns für einen Moment eine Welt ohne Geld vorstellen.

Nehmen wir dazu einmal an, dass ihr morgens aufgestanden seid und euch beim Bäcker auf dem Weg ins Büro ein Brötchen kaufen möchtet. Da der Bäcker einiges an Arbeit in die Herstellung des Brötchens investiert hat, wird er es euch natürlich nicht einfach so geben.

Normalerweise würdet ihr euer Portemonnaie zücken und ihm etwas Geld als Bezahlung überreichen, aber das Portemonnaie ist leer und viel wahrscheinlicher ist, dass ihr gar kein Portmonnaie bei euch tragt, da es ja in dieser geldlosen Welt überhaupt kein Geld aufzubewahren gibt. Ok, kurz nachdenken…

Das ist alles nur getauscht

Euch fällt ein, dass der Bäcker gerade über seine viel zu langen Haare gemeckert hat. Zufälligerweise könnt ihr gut Haare schneiden und bietet ihm daher einen Tausch an. Das Brötchen gegen einen schnellen Haarschnitt.

„Moment…“ sagt ihr, „…ein Haarschnitt dauert doch viel länger als die Herstellung eines Brötchens“. Und da sind wir auch schon beim ersten Problem angekommen.

Ein solcher Tauschhandel bedeutet nämlich, dass ihr euch mit der anderen Seite immer über das Verhältnis einig werden müsst, zu dem getauscht wird. Solch eine Verhandlung kann sich schon mal länger hinziehen und ihr müsst bei jedem Kauf neu verhandeln.

Probleme über Probleme

Schwierig wird es auch, wenn der Bäcker gar keinen neuen Haarschnitt, sondern einen Topf braucht. Dann könnt ihr euch das Brötchen erstmal abschminken und durch die Stadt laufen, bis ihr jemanden gefunden habt, der einen Haarschnitt gegen einen Topf tauschen möchte.

Will der Bäcker etwas noch außergewöhnlicheres haben, müsstet ihr wahrscheinlich mehrere Tage mit vielen Menschen tauschen, um ihm diesen Wunsch erfüllen zu können. Ich glaube ihr merkt jetzt schon, wie anstrengend und unpraktisch so eine „Tauschwirtschaft“ ist.

Die Lösung: Geld

Viel praktischer wäre es doch, wenn man diesen Tauschhandel um etwas erweitert, was man zu jeder Zeit und bei jedem Menschen gegen Waren & Dienstleistungen eintauschen könnte. Und genau diese Funktion erfüllt Geld. Mit Geld könnt ihr das Brötchen beim Bäcker ganz einfach bezahlen und der Bäcker kann dieses Geld dann später für etwas nutzen, was er gebrauchen kann.

Geld kann dabei alles sein, was von der Gemeinschaft als Geld akzeptiert wird. Bevor es Münzen und Geldscheine gab, waren z.B. auch Muscheln oder besondere Steine eine anerkannte Form von Geld.

Die Funktionen des Geldes

Damit Geld funktionieren kann, muss es ein paar wichtige Funktionen erfüllen können. Man spricht im Allgemeinen von drei Funktionen des Geldes:

1.) Zahlungsmittel

Geld sollte den Warenaustausch erleichtern und der Gemeinschaft als Zahlungsmittel dienen. Es sollte zum Beispiel auch dazu verwendet werden können Kredite zu vergeben.

2.) Recheneinheit

Der Preis aller Waren und Dienstleitungen kann in Geld gemessen werden. Geld zeigt also quasi an, in welchem Verhältnis getauscht werden kann.

3.) Wertaufbewahrungsmittel

Geld sollte in seinem Wert über die Zeit stabil sein. Das heißt, dass ihr es sparen könnt ohne befürchten zu müssen, dass das Geld in ein paar Jahren nichts mehr wert ist.

Alles, was als Geld verwendet werden soll, sollte daher gut teilbar sein, seinen Wert möglichst über die Zeit beibehalten und von der Gemeinschaft akzeptiert werden.

Vertrauen ist der Schlüssel

Wie wichtig diese Akzeptanz ist, wird noch einmal deutlich, wenn wir uns unser heutiges Geld anschauen. Die Münzen und Geldscheine, sowie das Buchgeld sind an sich erst einmal wertlos. Ein Sprichwort besagt deshalb ja auch, dass man Geld nicht essen kann. Erst unser aller Vertrauen als Gemeinschaft an die Beständigkeit und den Wert des Geldes sorgt dafür, dass wir es als Bezahlung akzeptieren und in unserem Alltag verwenden.

Ich hoffe ihr versteht nach dem Lesen dieses Artikels, was Geld eigentlich ist und welch geniale Erfindung die Einführung von Geld war.

Falls ihr Wünsche für die „Was ist eigentlich…?“ Serie habt, lasst es mich in den Kommentaren wissen.

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Was ist eigentlich Geld - 5 Euro Sammlermünze Planet Erde Salzige Luft
5-Euro-Sammlermünze „Planet Erde“

* Wenn ihr noch weitere Artikel zum Bargeld & Buchgeld haben wollt, lasst mir gerne einen Kommentar da. Ich werde dann versuchen etwas genauer auf diese beiden Geldformen einzugehen und vielleicht sogar das Konzept der Geldmengenmessung erläutern.


Zu diesem Artikel hat mich ein Buch inspiriert, welches ihr euch kostenfrei von der Deutschen Bundesbank auf deren Homepage herunterladen oder in gedruckter Form bestellen könnt. Hier der Link. Das Buch ist für Schüler der Sekundarstufe 2 geschrieben und beschreibt sehr anschaulich die Themen Geld und Geldpolitik.

Ein Kommentar zu „Was ist eigentlich Geld?

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